03 Sep 2013

Das war das erste Tiefenoekologie Retreat

Fuesse_in_Spirale

Das erste Tiefenökologie Retreat in Österreich ist Vergangenheit. Zehn Tage hatten wir die Möglichkeit in der wunderbaren Umgebung des Seminarhaus Walsberg unserem Selbst auf der Spur zu sein. In Verbindung zu uns selbst sowie zum uns umgebenden großen Ganzen sein, uns nicht getrennt fühlen von dem, was uns hierher gebracht hat, und dennoch nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft gefangen bleiben – das waren für viele wohl die Erwartungen für diesen „Rückzug“.

Über einen Retreat zu schreiben ist nicht gerade leicht, merke ich. Dass nichts von dem, was bei einer derartigen Erfahrung in uns vorgeht, hier Platz hat, wird allen, die schon einmal daran teilnehmen konnten klar sein. Die persönlichen Erlebnisse bleiben gut im Herzen verschlossen und nähren uns für die weitere Reise durch eine Welt in der wir viel Kraft brauchen.

Das Bild vom Selbst (Jetzt), vom Ich (Subjekt) und vom Du (Objekt), von der Vergangenheit und der Zukunft, das Richard Moss in seinem Buch „Das Mandala des Lebens“ gezeichnet hat, ist einer der Reisebegleiter, die mich auf meinem weiteren Weg stärken werden. Moss beschreibt in seinem Buch wie wir aus den Geschichten und Gedanken, die uns im Leben begleiten immer wieder in die Gegenwart, ins Jetzt, zu uns selbst zurückkehren können. Bei Byron Katie heißt diese Methode „The Work“. Ziel beider ist es sich von Geschichten und Gedanken nicht vor sich hertreiben zu lassen, in Interpretationen der Gegenwart zu verfallen. Wir alle schleppen einen vollen Rucksack von Erfahrungen (guten und weniger guten) mit uns mit. Leider wird uns dieser Rucksack häufig zur Last. Wenn wir die Aufmerksamkeit auf das Jetzt lenken, dann spüren wir diese Last plötzlich nicht mehr. Im „Jetzt“ schreibe ich einen Bericht über einen Retreat in der Vergangenheit. Immer wieder kippe ich dabei in die Erinnerung an wunderbare und auch manche schwierige Erfahrung. Die Gedanken spielen mit mir Karussell und lösen Gefühle aus. Um wieder ins Jetzt zurückzukommen ist es wichtig diesen Gefühlen nachzuspüren, sie nicht wegzuschieben oder als Sentimentalität oder „bloße Gefühle“ abzutun. Die Gefühle sind jetzt da und wenn wir uns dessen bewusst werden, dann verlieren wir die Angst vor ihnen.

Neben täglichen Meditation, Körperübungen und dem morgendlichen Yoga, war uns natürlich die Natur ein großer Lehrmeister. Die Theorien der Tiefenökologie helfen dabei die häufig gefühlte Trennung von der Umgebung, von der Welt, zu überbrücken und sich als Teil und in Einklang mit einem, wie immer gearteten, größeren Ganzen zu fühlen. Immer wieder konnten wir selbst gewählte Kraftplätze besuchen und im Medizinrad die Qualitäten jeder der 4 Himmelsrichtungen spüren.

Cristina, Birgit, Andreas und Aki waren uns bei unserer Reise gute Begleiter. Immer wieder konnten wir im Plenum von unseren Erlebnissen berichten und auf den vorhandenen Erfahrungsschatz –  auch aus der Gruppe – zurückgreifen.

Ein kurzer Ausblick in die Zukunft sei mir hier erlaubt: es wird noch mehr Möglichkeiten geben an einem Tiefenökologie Retreat teilzunehmen. Von 13.2.-16.2. wird es ein Winterretreat geben. Unter www.tiefenoekologie.at kann man sich auch für den Newsletter anmelden um direkt von den kommenden Terminen und weiteren Veranstaltungen zum Thema Tiefenoekologie zu erfahren.

 

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